Was ist eigentlich ein stabiler Karton?
Das Wort stabil hat mehrere Bedeutungen. In einem physikalsichen Zusammenhangen meint man, dass ein Zustand stabil und eben nicht
labil sei. Eine kleine Kugel, die auf einer gossen Kugel liegt, ist extrem labil, läge sie in einer Mulde, wäre sie sehr stabil. Mediziner sprechen zum Beispiel von der stabilen Seitenlage, wenn ein Verletzter in Seitenlage auf den Boden gelegt und mit seinen Händen und Armen stabilisiert wird.
Umgangssprachlich spricht man von einem stabilen Karton, wenn die Kiste gewisse Belastungen aushält und nicht einknickt. Wellpappe ist ja eigentlich nur zusammengeklebtes Papier, das aber wegen seiner wellenartigen Konstruktion in Richtung dieser Wellen beträchtlich Kräfte aufnehmen kann. Zweiwellige Wellpappe, die aus insgesamt 5 Papierbahnen besteht, kann in Richtung aller drei Dimensionen kräftig belastet werden, erhöht man die Anzahl der Bahnen auf sieben, dann ist die dreiwellige Wellpappe fast so rigide wie eine vergleichbare Holzplatte.
Die Stabilität einer Wellpappe hängt aber auch davon ab, wie das Füllgut angeordnet wird. Legt man z.B. ein schweres Ersatzteil in einen zweiwelligen Karton, dann wird dieses Teil den Karton durch die während des Transportes auf es einwirkenden Beschleunigungskräfte beschädigt oder gar zerstört werden. Wird aber dieses Aggregat durch geeignetes Füll- und Polstermaterial so im Karton fixiert, dass es sich nicht unabhängig von seiner Transportverpackung bewegen kann, dann könnte auch schon eine guter einwelliger Karton ausreichend sein. Ein weiteres Kriterium für die “Stabilität” des Kartons ist die Qualität des für die Herstellung der Wellpappe verwendetet Papier. Virgines Papier, das aus frischem Holz produziert worden ist, besteht aus Fasern, die deutlich Länger und belastbarer sind, als die von Recyclingpapier. Das hochwertige Kraftpapier ist an seiner frischen braunen Farbe erkennbar, während Recyclingpapier, das auch Testliner genannt wird, eher blass bräunlich bis grau erscheint.
Zusammenfassend kann man sagen, dass die Stabilität bzw. Belastbarkeit einer Wellpappfaltkiste von mehreren Faktoren abhängt, nämlich der Konstruktion der Wellpappe, dem Füllgut und der Art und Dichte der Polsterung.


